Karpfenangeln: Zehn wichtige Gebote
Wie wir Karpfenangler wissen, ist das Karpfenangeln eine Wissenschaft für sich und es gibt noch jede Menge Geheimnisse rund ums Karpfenangeln. Stetig wird Dieses weiterentwickelt und es kommen immer neue Dinge an Tacklebedarf hinzu. Unser Angelzeug wird immer feiner und präziser, um den “kapitalen Karpfen” an unser Rig zu bekommen. Wenn man bedenkt, wieviele verschiedene Rig’s es gibt, kann man schon erahnen wie kompliziert das Ganze ist. Allein schon die Köderwahl bereitet uns Carphuntern manchmal Kopfzerbrechen und lässt uns ab und zu die falsche Wahl treffen. Das Karpfenangeln erweist sich also als durchaus schwierig, weil die Karpfen immer gerissener und vorsichtiger werden. Es sind eben vernunftbegabte Wesen !!! Um diese Wesen zu überlisten, sollte man als Carphunter auch versuchen, diese Kreatur zu verstehen. Dieses lässt uns auch manchmal einige Entscheidungen anders oder leichter fällen als die so genannten “Normaloangler” es tun. Natürlich gibt es auch beim Karpfenangeln gewisse Grundregeln, die man beachten sollte, um an den gewünschten Erfolg zu kommen.
Das erste Gebot:
Angle dort, wo es auch Karpfen gibt !
Viele haben Ihre so genannten “Hausgewässer”. Natürlich macht es nur Sinn dort zu fischen, wo es auch Karpfen gibt. Wenn Ihr schon wisst das sich kein Karpfen darin befindet, so müsst ihr wohl auf ein anderes Gewässer ausweichen, von dem Ihr wisst, dass sich dort der gewünschte Zielfisch verbirgt. Auf dem Weg zum Rekordfisch ist es für, kaum einem Karpfenangler von Bedeutung, auch weitere Strecken auf sich zu nehmen. Ja sogar bis ins Ausland ist es dem Carphunter nicht zu weit!!! Dieses tolle Gefühl der Vorbereitung und das sich endlich auf den Weg machen ist für uns ein unbeschreibliches Gefühl. Die ganze Reise redet man von Karpfen ab 40 Pfd. und mehr, über kürzlich erlebte Angelturns, wobei dann auch die Phantasie manchmal mit Einem durchgeht und welche geheimen Überraschungen man so im Gepäck hat. Dieses herrliche Gefühl, kann auch jeder Norwegenangler nachempfinden.
Das zweite Gebot:
Frage Karpfenangler die das Gewässer kennen !
Es ist extrem wichtig die richtigen Leute zu fragen!!! Es empfiehlt sich immer Ortsansässige zu fragen, wie denn der See beschaffen ist, wo es interessante Stellen gibt, wie die Untergründe sind und wo denn die meissten Karpfen gefangen werden. Es macht ja wenig Sinn Euren edlen Boilie in einem Unterwasserwald abzulegen und wie bekloppt zu füttern. Ein Biss ist zwar nicht ausgeschlossen aber das Ihr den Kampf gewinnt, scheint schier aussichtslos zu sein. Es macht auch Sinn, sich einem Freund oder einen gerade erst kennengelernten Carphunter sich an zu schliessen, der an diesem Gewässer bereits gefischt hat. Somit hat man dann die auch Gelegenheit, ihm über die Schulter zu schauen.
Wenn Ihr an ein Gewässer kommt, um Euch nur mal umzusehen, scheut Euch nicht vor noch zu “dumme” Fragen. Es gibt natürlich auch Angler die ungern etwas über Ihr “Haussee” preisgeben wollen und Euch mit Absicht belügen. Verlasst Euch also nicht nur auf einen Angler, sondern fragt überall herum. Als eine sehr beliebte Alternative, ist ja immer noch das Internet
).
Das dritte Gebot:
Lerne das Gewässer kennen !
Bevor Ihr Euren ersten Ansitz macht, solltet Ihr Euch vorher die Zeit nehmen, den Untergrund zu studieren. Dabei kann man verschieden vorgehen. Zum einen wäre da das Echolot. So kann man eine grosse Fläche abfahren, notfalls auch den ganzen See, um wirklich interessante Stellen zu finden, wie z.B. Untiefen, Sandbänke usw. und wenn möglich auch gleich auf dem Echolot oder GPS Gerät abzuspeichern.
Die andere Alternative wäre, mit einem Blei von gut 100 gr. und einer Schnur den Boden systematisch abzuklopfen. So findet Ihr heraus, wo der Untergrund weich ist und wo er hart ist. Die härteren Plätzen, sind oftmals die Fressplätze der Karpfen und dort empfiehlt es sich auch zu angeln. Aber Beides zu kombinieren, also Echolot und den Boden abklopfen macht natürlich mehr Sinn, Ihr wollt ja schliesslich nichts dem Zufall überlassen.
Am Besten ist es, wenn Ihr Euch die Zeit nehmt, ein neues Gewässer zu erforschen, wenn es noch recht kalt ist. Die beste Zeit dafür wäre sobald das Eis weg ist, sprich, Februar,März. Dann gibt es keine Schwebealgen und andere Wassertrübungen mehr und das Wasser ist dann am klarsten. So könnt Ihr vielleicht den Grund sehen und auch Bäume, Holz und versunkene Kähne lokalisieren. Hilfreich wäre auch, beim erforschen des Sees ein Taucherbrille mitzunehmen. Haltet sie einfach ins Wasser und guckt vom Bootsrand durch die Brille auf den Grund. So könnt ihr auch interessante Stellen ausfindig machen, um als “neuer Angler” den Seerekord zu knacken, lol.
Das vierte Gebot:
Beherrsche möglichst alle Praktiken !
Es ist auch sehr wichtig verschiedene Praktiken zu beherrschen, um an den gewünschten Erfolg zu haben. Welcher Karpfenangler “blankt” schon gern. Die von damals häufig angewandte “Grobmotorikermethode”, sprich die Festbleimontage hat damals ganz gut funktioniert. Aber anscheinend gehen die Karpfen auch mit der Zeit und wir Menschen müssen uns immer wieder was Neues einfallen lassen um den Grosskarpfen zu überlisten.
Man muss natürlich verschiedene Sachen ausprobieren, verschiedene Rig’s, mit oder ohne Schlagschnur, Pop’i oder gedippte Boilies, halbe Boilies oder sogar der Schneemann. Manchmal entscheidet auch nur die Hakengrösse. Karpfen sind sehr schlau und gerissen. Sie schauen mal an der Futterstelle vorbei, schwimmen wieder weg,kommen zurück und spielen mit dem Boilie ohne ihn ernsthaft fressen zu wollen. Sie testen einfach nur. Bei den kleineren Karpfen ist es schon einfacher, da gibt es noch den so genannten Futterneid, der die Karpfen unvorsichtig sein lässt. Unterm Strich sollte man mehrere Techniken beherrschen um Erfog zu haben.
Das fünfte Gebot:
Sei bei jeder Wetterlage gerüstet !
Ein jeder Angler kennt das bestimmt, die Ruten sind ausgelegt und es zieht schlechtes Wetter auf. Sei einfach für jeden E-Fall gerüstet und spare nicht an deiner Ausrüstung und nimm sie auch mit an den See. Nichts ist schlimmer für einen Carphunter als seinen Ansitz abbrechen zu müssen. Schafft Euch bequeme Liegen und Stühle an, um auch länger am Teich bleiben zu können, wenn es denn Eure kostbare Zeit erlaubt. Denkt nicht nur an den Ersatzhaken, sondern nehmt Euch auch eine Ersatzrute mit Rolle mit. Denn je länger Ihr den Ansitz ausdehnt, um so grösser ist auch Eure Ausbeute.
Schaut auch genauer auf Eure Ausrüstung und entscheidet selbst, was zu Euer Grundaustattung dazu gehört und was absolut wichtig ist!!!
Das sechste Gebot:
Spare nicht an deiner Ausrüstung !
Es ist wirklich wie mit allem, kaufst Ihr billig, kaufst Ihr zweimal. Spart einfach nicht am falschen Ende. Sicherlich ist das Karpfenangeln ein sehr kostspieliges Hobby, aber was ist schon billig. Nicht nur die Anschaffungskosten sind sehr hoch, nein auch die Unterhaltungskosten können unserem Portomonai schaden. Wenn man ein Zelt, Liege, Schlafsack, Ruten, Rollen, Rodpot, Bissanzeiger, Swinger, Kescher, vielleicht noch ein gutes Schlauchboot und diverses Kleinmaterial, dann seit ihr ganz schnell bei einem guten Kleinwagen angekommen. Die Unterhaltungskosten wären Futter, frische Boilies, Sprit und natürlich immer wieder austauschen des bereits vorhandenen Eqitment, z.B Schnur, Haken usw.
Kauft Euch wirklich Markenartikel, denn nur damit hat man wirklich auf lange Sicht Freude. Stellt Euch vor, Ihr kauft euch eine günstige Rute oder Rolle und Ihr habt einen tollen Karpfen von geschätzten 30 Pfd. an der Angel und plötzlich bricht der “Stock” oder von der Rolle hört ihr noch, wie sich das Getriebe gerade selbst zerlegt. Oder Eure “Billigschnur” reisst oder der Haken biegt sich auf. Nein,ein Carphunter darf nichts dem Zufall überlassen und kauft sich vernünftige Markenartikel. Spart darauf und Ihr werdet merken das es sich gelohnt hat. Ich persönlich fische heute noch mit den ersten Yad Ruten, die damals auf den Markt gekommen sind. Bis heute tadellos und mein schwerster Fisch wog 48 Pfd, ein wunderschöner Schuppi !! Natürlich müssen immer wieder Dinge erneuert werden, aber wenn , dann bitte immer von renomierten Herstellern.
Das siebente Gebot:
Immer wachsam sein !
Immer wachsam sein und auf Veränderungen achten. Wenn man bereits immer gut an einer Stelle gefangen hat, heisst das nicht, dass man dort immer den Erfolg hat. Es können verschiedene Gründe dafür sein dass die Bisse ausbleiben. Äusserliche Faktoren, Wind der gedreht hat, die Karpfen haben ein gewisse Scheu vorm verwendeten Köder entwickelt, durch zu viele Fehlbisse etc. Wir haben uns daran gewöhnt, aber der Karpfen zieht durch den ganzen See und deshalb empfiehlt es sich, andere Stellen zu beangeln und auch mal den Köder zu wechseln. Auch die Methode sollte man ab und zu ändern. Für solche Dinge, um etwas aus zu probieren, benutze ich immer eine Rute. Ich verändere so zu sagen die Taktik und probiere etwas Neues aus, um doch noch als Sieger hervor zu gehen. Zugegebenermassen ist es wirklich schwer, sich von der gewohnten erfolgreichen Methode zu trennen, aber es ist machmal einfach besser.
So wie sich das Wetter ändert, ändert sich auch das Wasser. Je nach Jahreszeit verändert sich viel im Wasser. Der Sauerstoffgehalt sinkt, die Temperaturen fallen oder steigen und auch die Wasserwerte ändern sich ständig, deshalb bleibt der Karpfen nicht gern an einer Stelle. Nicht zu vergessen der Luftdruck macht den Fischen manchmal sehr zu schaffen. In dieser Zeit haben die Fische mit ihrem Druckausgleich zu kämpfen und denken nicht ans fressen. Wenn es kälter wird, zieht sich der Karpfen in etwas tiefere Stellen, weil dort das Wasser wärmer ist als in den flacheren Bereiche. Und Ihr wollt doch dort angeln, wo auch Euer Zielfisch gerade ist.
Das achte Gebot:
Habe einfach nur Spass !
Für uns Alle ist das Karpfenfischen nur ein Hobby. Dieses üben wir in unserer Freizeit aus und wir können dabei abschalten und einfach uns der Natur widmen. Raus aus dem Grossstadtmief, raus aus der Hektik und raus aus dem Gehupe der Autos und Geschreie der Menschen und rein in die NATUR. Was gibt es Schöneres als bei gutem Wetter früh um sechs durch ein Vollrun geweckt zu werden und nach dem Drill und versorgen des Fisches, die Rute wieder neu aus zu legenund sich dann draussen auf dem Stuhl wieder hin zu setzen und eine heisse Tasse Kaffee zu trinken und den Vögeln bei ihrem Morgengesang zu zu hören. Für einen Carphunter gibt es nichts Schöneres !!! Wenn all diese schönen Eindrücke uns immer wieder in den Terminkalender schauen lassen , um den nächsten Angelturn zu planen und wir dann das Gefühl haben, die Vorfreude übermannt uns, ja dann ist es das richtige Hobby für uns. Und nur dann wird es wohl noch viele Jahre so bleiben. Wobei wir das “neunte” und “zehnte” Gebot niemals aus den Augen verlieren dürfen …… lest !!!
Das neunte Gebot:
Lasse niemals deinen Müll zurück !
Es ist wohl das Schlimmste, was einem Carphunter passieren kann. Nach ewiger Planung des Angelturns und der Vorfreude, kommt man den See und es sieht aus wie auf einer Müllhalde. Es werden einfach Bierflaschen,Dosen, Plastikartikel usw. in die Büsche oder ins Gras geworfen. Mich ärgert so etwas ungemein! Auch die zahlreichen Kippen die achtlos am Angelplatz hingeworfen werden ärgert mich sehr. Es verlangt Niemand, dass ein Aschenbecher mitgebracht werden soll, aber seit einfach kreativ und nehmt Euch eine leere Dose oder formt euch aus Alupapier etwas, wo Ihr die Kippen ausdrückt und reinlegt und werft es dann in den mitgebrachten Müllsack. Es ist wirklich schrecklich was alles nach dem angeln so in der Natur hinterlassen wird. Ich verstehe es wirklich nicht, es wird doch auch voll mit an den See gebracht. Es ist doch dann leichter die geleerten Dinge wieder mitzunehmen.
In meinem Verein werden Termine festgelegt, um an unserem Vereinsgewässer gewisse Arbeitseinsätze durch zu führen. Ich halte das für sehr sinnvoll, denn nach jedem Einsatz fallen dort ca. 6 Säcke Müll an, die die Angler uns hinterlassen haben. Und unser Vereinsgewäasser hat nur eine Grösse von 6 Hektar.
Ich kann Euch nur ans Herz legen, helft mit unsere Natur zu schützen und verlasst Eure Angelplätze immer sauber!!! Brecht keine Äste von Bäumen oder Büsche ab, nur um genau dort angeln zu können. Greift nicht in die Vegetation ein, lasst die Natur so, wie Ihr es vorgefunden habt. Wir Karpfenangler oder auch Langzeitangler geniessen ohnehin nicht den besten Ruf . Also lasst uns den anderen beweisen, dass wir auch anders können. Klar, ein paar schwarze Schafe wird es immer geben, aber die sollen auch die Ausnahme bleiben.
Das zehnte Gebot:
Füge der Kreatur niemals Schaden zu !
Uns Anglern wird ja von den Angelgegnern nachgesagt, wir würden die Fische quälen. Das das nicht so ist, wissen gerade wir Karpfenangler nur zu gut. Wir nehmen alles auf uns und scheuen keine Kosten und Mühen um den gefangenen Karpfen schohnend zu behandeln. Jeder von uns hat eine Abhakmatte (möglichst mit hohem Rand), einen engmaschigen Kescher, um die Schleimhaut nicht zu verletzen und wenn Fotos gemacht werden, erfolgt das immer im knietiefen Wasser. So dass sich der Karpfen, etwa beim Befreiungsschlag nicht gleich die Schwanzflosse bricht und er im Dreck landet und sich dadurch noch innere Verletzungen zuzieht. Ich selbst habe sogar noch ein Infektionsmittel dabei, um die kleine Wunde, die der Haken verursacht hat zu desinfizieren.
Verhindert auch mit alter Schnur oder auch zu dünner Schnur zu fischen, denn es schadet dem Tier nur, wenn er noch einige Zeit mit unserem Rig und einer 50 Meter langem Schnur umher schwimmen muss. Wenn der gefangene Fisch auf Eurer Matte liegt, verschwendet nicht zu viel Zeit damit, um ihn zu begutachten, sonder versorgt ihn ausreichend mit Wasser und übergebt ihm wieder seinem Element. Denn genau dort fühlt er sich am wohlsten und vielleicht seht Ihr Euch eines Tages wieder und er hat nochmal 10 pfd. zugelegt. Es ist doch ein wunderbares Gefühl, einen alten “Bekannten” wieder zu sehen und zu sehen das es ihm gut geht.
Habt Respekt vor der Kreatur !!!
Freut Euch darüber, einen Karpfen erneut, mit Eurer Intellegenz überlistet zu haben und gebt Ihm die Freiheit zurück und schenkt Ihm sein Leben. Er wird es Euch danken,glaubt mir !!!
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