Mehr als nur das Ziel
Diesen Bericht schreibe ich, weil ich in dieser, im
folgenden beschriebenen, Nacht im Herbst mein Ziel des Jahres 2006 an
einem Flußabschnitt erreicht habe.
Nun, was war das Ziel?
Das Ziel war es, eine schöne Serie zu fangen, was erstmal simple klingt.
Es handelt sich bei dem befischten Flußabschnitt um einen teils aufgestauten Flußbereich in welchem ich das ganze Jahr 2006 nur Einzelfänge mit bis zu 12kg zu verzeichnen hatten. Warum sitze ich an einem Gewässer mit solchen Aussichten? Weil ich bei Bootsfahrten einige schöne Fische sehen konnte und deshalb weiß, dass es die großen zumindest gibt.
Das erstmal zu den Grundlagen, aus welchen sich schon deutlich herauslesen lässt, dass es sich beim folgenden Text um einen Fangbericht handelt. Er dient auch nicht zum Darstellen von bestimmten Taktiken etc. sondern viel mehr als schöne Erinnerungn in schwarz-weiß.
Nun aber zum Wesentlichen. An dem von mir befischten Flußabschnitt gibt es einige sehr interessante Stellen welche hauptsächlich an den Ein-und Ausläufen der Seen befinden. Ich befischte eine Stelle am Auslauf welche ich die vorigen 5 Tage gut mit Tigernüssen gefüttert hatte. Ich verzichtet bei dieser Session ganz auf Boilies weil ich an diesem Gewässer eher schlecht darauf gefangen habe. Also der Platz war gefüttert, aus dem Schilf heraus zu befischen und dazu noch wuderschön. Ich hatte praktisch die ganze vor mir liegenden Wasserfläche, welche ca.150x50 meter groß war, gefüttert und konnte die Plätz mit schönen 20-30 Meterwürfe gut erreichen. Der Platz von dem aus ich fischte war so groß, dass mein Schirmzelt geradeso Platz hatte und die Rutengriffe direkt aus dem Schlafsack zu greifen waren, also ziemlich eng.
Ich
kam also am Freitag Nachmittag so gegen 17 Uhr an und hatte nach
einer knappen Stunde alles aufgebaut, gefüttert und die Ruten
gelegt. Da
ich immer bei Dämmerung gefüttert hatte, rechnete ich
vorher auch nicht mit einem Biss. Ehrlich gesagt rechnete ich eh nur
mit einem Biss wie immer. Da
es regnerisch und schon früh sehr kühl war verkroch ich
mich schnell in meinen Schlafsack, wartete, las und lernte ein wenig.Wider
aller Erwartungen bekam ich um 20:30 Uhr einen Run und fing einen
Schuppi mit 5 Kilo.
Nach einem kleinen Fisch um 21 Uhr konnte ich um
23 Uhr einen weiteren schönen Schuppi fangen. Es war schon sehr
frisch und ich beeilte mich sehr beim fotografieren usw.
Ich
freute mich, obwohl sie eher klein waren, schon jetzt über diese
drei Fänge, da so etwas wie oben gesagt hier eher selten ist. Über
diese Fänge und die daraus resultierende Freude hatte ich gerade
nachgedacht, als ich den Fotoapparat, nach dem Anschauen der bis
jetzt geschossenen Bilder, ausschalltete und mich wieder schlafen
legen wollte, als die selbe Rute ablief. Wieder
ein kleinerer mit 6 Kilo aber ein schöner Drill und die freude
wurde immer größer. Als
auch dieser Fisch versorgt war und wieder schwamm konnte ich mich
aufs ohr hauen und ein wenig schlafen, bis um 00:30 Uhr die linke
Rute zum ersten mal ablief. Nach
einem Drill bei dem man merkte, dass mehr zu erwarten war als bei den
vorigen Fischen, konnte ich den ersten Spiegler dieser Session
keschern.
Ein
wunderbarer, makelloser Fisch mit 10 Kilo.
Bis jetzt hatte ich alle Fische mit Selbstauslöser aufgenommen und sofort wieder zurückgesetzt was sich allerdings bei dem nächsten, welcher um 02:30 Uhr wieder an der linken Rute ablief, änderte. Die Temperatur war nun schon auf eine fast frostige gesunken und da ich sofort sah, dass der Fisch wiederrum größer als der letzte war sackte ich den Schuppi ein. Die Gründe waren allerdings auch, dass ich meine Speicherkarten vergessen hatte und nur 128Mb dabei hatte. Um eventuelle kleinere kommende Fische fotografieren zu können, hob ich mir diesen Speicher auf und dachte, dass mein Bruder früh morgens kommen könnte, da ich von dem großen, dessen Gewicht ich noch nicht wusste, gute Bilder haben wollte.
Bis
Morgens um 8 Uhr konnte ich noch 5 weitere Fische zwischen 3 und 9
Kilo fangen, darunter eine Barbe mit 4 Kilo. Ich war absolut
überglücklich, dass es doch möglich ist selbst hier so
etwas zu erleben. Mein
Bruder war Punkt 9 Uhr da und wir hatten Glück, dass keine
einzige Wolke am Himmel zu sehen war und somit schon früh die
Sonne schien. Als
das Gerät aufgebaut war und wir grad den Fisch aus den Sack
holen wollten, lief die rechte Rute ab und wie zum Fototermin gerufen
kam ein schöner, kugelrunder Spiegler mit 10 Kilo.
Gerade
als dieser Fisch aus meinen Händen in die Freiheit glitt, bekam
ich auf der linken Rute einen Vollrun. Es schien mir als hätte
einer der kleinen von heute Nacht dort unten Einladungen verteilt,
denn ein paar Minuten später lag ein toller Mondfisch-Karpfen
mit 7 Kilo auf meiner Matte.
Nun
kamen wir endlich dazu den Schuppi aus dem Sack zu lassen, wobei ich
peinlichst genau darauf acht gab, dass dem Burschen, welcher wieder
ordentlich Energie getankt hatte, ja nichts passiert. Nachdem er sich
ein wenig ausgetobt hatte wog ich ihn und muss sagen, dass ich ihn
auf mehr als 14,8 Kilo geschätzt hatte aber das was sein Gewicht
und ich war überglück, dass ein solcher Fisch mir die
Freude über meine Serie noch über alle Maßen hinaus
versüßte.

Ich
packte nach der Fotosession alles zusammen, da ich mit meinem Erfolg
mehr als nur zufrieden war und es eigentlich nur schlechter werden
konnte, und fuhr mit meinem Bruder nach hause. In
einer Nacht hatte ich nun 13 Fische von 3 – 14,8 Kilo gefangen
und hatte mein Ziel einer Serie um weites überboten. Ob es an
den Ködern lag oder vielleicht doch daran, dass mir für
mein Ziel nichtmehr viel Zeit blieb? Wer weiß...............